Die Tierheime sind dadurch in ihrer Existenz akut gefährdet. Die Gesetzgebung belastet zusätzlich, so z.B. die Hundeverordnungen
der Länder, durch die insbesondere große Hunde und bestimmte Rassen im Tierheim landen und nur schwer vermittelbar sind.
Auf der einen Seite gehen Spenden und Sponsoring weiter zurück, auf der anderen Seite werden immer mehr Tiere aus finanziellen
Gründen abgegeben. Die Tiere bleiben immer länger in den Tierheimen und die Kosten steigen dadurch dramatisch. Auch dort, wo
Behörden und Veterinärämter nicht konsequent durchgreifen, müssen die Tierheime einspringen.
Rücklagen konnten die Tierheime vor diesem Hintergrund nicht bilden - knapp 50 Prozent stehen vor der Insolvenz, wenn die
Spenden weiter einbrechen. Die Tierschutzvereine und ihre Tierheime stehen für alle in Not geratenen Tiere auch unter schwierigen
Umständen und in großer Zahl ein. Sie bieten eine sachkundige Tierschutzhilfe, mit artgerechter Pflege und Betreuung der Tiere.
Um diese Standards auch weiterhin halten zu können, brauchen die mehr als 700 Tierschutzvereine mit über 500 vereinseigenen
Tierheimen, die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossen sind, mehr finanzielle Unterstützung der Kommunen. Denn Insolvenzen
der Tierheime wären nicht nur ein Rückschlag für den Tierschutz insgesamt, sondern ebenso für die Kommunen, die dann die Fundtier-
betreuung in eigener Regie übernehmen müssten. Der Deutsche Tierschutzbund hat alles versucht, um mit den kommunalen Spitzen-
vertretern ins Gespräch zu kommen - doch das mit den jeweiligen Präsidenten vereinbarte Spitzengespräch wurde kurzfristig abgesagt.
Wir haben an die einzelnen Mandatsträger in den Kommunen mit einem offenen Brief appelliert, den örtlichen Tierschutzverein im
Deutschen Tierschutzbund als ihren Partner zu unterstützen. Wir setzen auf die Unterstützung der breiten Öffentlichkeit, damit die
Tierschutzvereine und Tierheime - und damit die Tiere - in dieser Krise nicht auf der Strecke bleiben. Deshalb stand auch der Welttier-
schutztag am 4. Oktober 2010 unter dem Leitmotto: Rettet die Tierheime!
Die Tierheime leisten Tag für Tag praktische Tierschutzarbeit, zum großen Teil ehrenamtlich, damit Tiere eine Chance auf ein
besseres Leben bekommen. Tierheime sind Tierschutzeinrichtungen - sie verstehen sich nicht als ausführende Organe der
Behörden, obwohl sie für die Kommunen wichtige Pflichtaufgaben übernehmen wie die Aufnahme von Fundtieren und beschlag-
nahmten Tieren. Wir erwarten für die Aufgaben, die wir im Auftrag der Kommunen übernehmen, eine kostendeckende Erstattung.
Eine breit angelegte Umfrage hat nun ergeben, dass die Kommunen durchschnittlich 25 Prozent der im Tierheim anfallenden
Kosten übernehmen, aber knapp 80 Prozent der Leistungen abrufen.
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Dieser Artikel gibt einen kritischen Bericht zur Situation vieler Tierheime in Deutschland